Wie les ich’s gern?

Aus der ABS-Lese-Ecke kommt eine Blogparade geschritten. Ich reihe mich unauffällig hinten ein und stapfe mit. Hoffentlich wird aus der Parade keine Polonäse. Zu spät. Ich häng mit drin.

Frau Schmitz hat da ein paar Fragen zu elektronischen und papiernen Büchern, die ich gerne beantworten will.

 

Bevorzugst du Taschenbücher oder eBook oder ist dir das egal?

Wenn ich beides geboten bekomme, greife ich meistens zum Buch in Papierform. Ausnahme sind zunehmend Unterhaltungsromane, die ich nur zur Entspannung lese. Die haben mir früher die Regale verstopft, die will ich nicht mehr.

Welche Vor- und Nachteile haben Taschenbücher?

In Papierbüchern habe ich Seitenzahlen, da finde ich schneller etwas wieder. Ja, ich weiß, man kann auch elektronisch Markierungen setzen, aber damit tue ich mich schwer. Ich fühle mich im Buch ungebundener, kann die Seiten durch die Finger sausen lassen, unten an den Ecken kleine Zeichnungen anbringen und habe schwuppdich ein Daumenkino! Nicht, dass ich das tun würde. Aber ich könnte es! Was ich allerdings tue: ich streiche Sätze an, schreibe Zeichen an den Rand, die ich Jahre später nicht mehr entschlüsseln kann und lege mir auf der letzten Seite ein eigenes kleines Inhaltsverzeichnis mit Stichworten an. Und Kritzeleien sind nicht dasselbe wie das Eintippen auf einer Tastatur, die bei elektronischen Lesegeräten eh kümmerlich ausfällt.

Ein Buch kann ich einem Freund leihen. Ich kann es verkaufen. Ich kann es zu Oxfam bringen oder in einen öffentlichen Bücherschrank stellen.

Bücher, die mich geärgert haben, kann ich durch das Zimmer werfen ohne sie zu zerstören.

Mit einem dicken Buch erledige ich jede Wespe oder Spinne, die sich in mein Reich wagt!

Wenn die Zombie- oder eine andere Apokalypse über uns hereinbricht, dann habe ich zusätzliches Brennmaterial und jederzeit einen Fidibus zur Hand. Die Dünndruckausgaben kommen bei Toilettenpapierknappheit sehr gelegen. Und ein Buch über dem Herzen getragen, hat schon manche tödliche Kugel gestoppt.

Nachteilig allerdings sind allzu schwere, unhandliche Schwarten. Da schmerzen Hand und Arm. Und ich kann die Schriftgröße nicht ändern. Die Penguinausgabe von Anne Brontes „The Tenant of Wildfell Hall“ zum Beispiel ist nicht nur winzig gedruckt, der Zeilenabstand ist so eng, dass ich nach einer Seie kapituliert habe. Muss ich mir in meinem Alter nicht mehr zumuten.

Bücher nehmen Platz weg. Das ist nicht nur ein Nachteil, immerhin sind Bücherregale die schönsten Tapeten. Wenn ich allerdings an meinen Tod denke, dann muss sich irgendein armer  Kerl dereinst mit dem Ausräumen und Verteilen rumplagen. Einen Vorgeschmack bekommt man zu Lebzeiten bei Umzügen.

Welche vor- und Nachteile haben eBooks?

Eher ein Vorteil des Lesegerätes denn des elektronischen Buches: Es ist so hübsch leicht. Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ in einem Band hat mir schon fast das Brustbein durchbrochen, aber Pepys sämtliche Tagebücher auf dem Kindle lagen federleicht im Händchen.

Ich kann die Schriftgröße verändern.

Ich lese gerne auch ältere Schriften, etwa aus dem Barock. Vieles wird nicht mehr aufgelegt und ist nur noch antiquarisch erhältlich. Da macht mein Geldbeutel sehr schnell nicht mit. Aber als elektronische Version bekomme ich viele alte Bücher sogar gratis. Das war der ausschlaggebende Grund für mich, ein elektronisches Lesegerät zu kaufen.

Zu den Nachteilen siehe die Vorteile in der vorherigen Frage.

Machst du deine Buch-Kaufentscheidung davon abhängig, ob das Buch in der von dir bevorzugten Version angeboten wird?

Meine Kaufentscheidung mache ich allein vom Inhalt abhängig. Dem Inhalt des Buches und dem Inhalt meines Geldbeutels. Wichtig ist auch, ob ich nur was zum schmökern suche oder mit dem Buch arbeiten und weiterleben will.

Und nun zu Zeitungen und Zeitschriften. Liest du die lieber auf Papier oder als Online-Ausgabe?

Ich muss gestehen: ich lese schon seit Jahren weder Zeitungen noch Zeitschriften. Ich krieg ja schon nicht alle Bücher gelesen, die ich habe. Nachrichten beziehe ich hauptsächlich aus Radio und Fernsehen. Halbwegs regelmäßig schaue ich auf die Internetseiten vom Guardian. Das war’s auch schon.

Warum bevorzugst du die Papier- bzw. die Online-Version?

Ich bevorzuge, erst gar keine Zeitung oder Zeitschrift zu lesen.

 

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3 Kommentare

  1. Hallo Regina,
    da ist dir ein ebenso locker wie interessant geschriebener Beitrag gelungen. Tja, das leidige Platzproblem! Das ist wirklich ein Punkt, der gegen Bücher aus Papier spricht. Aber für mich ist es einfach ein größerer Genuss ein richtiges Buch in der Hand zu haben als einen Reader.
    Da ich überzeugte Nicht-Fernseherin bin, lese ich Zeitungen. für die schnelle, aktuelle Information online. Für ausführliche Hintergrundberichte aus Papier.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

  2. Hm also bei mir sind es gerade die Entspannungsbücher die ich in Papier haben möchte.
    Der Gewichtsaspekt spielt bei mir nur unterwegs eine Rolle.

  3. Schöner Artikel: Von der Haptik und dem Blättereffekt bin ich auch PRO Buch. Aus pragmatischen Gründen muß ich einfach das nochmal sagen was ich auch in meinem Beitrag zur Blogparade geschrieben habe: Die Kosten und Handlichkeitsgründe sprechen in vielen Punkten für das eBook.
    Man sollte sich mal folgende Fragen stelle:1000 Bücher in den 5 Stock Hochschleppen oder nur ein eBook?
    Bei welchem Umzug würdest du lieber helfen?

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